Die Auslöschung ist der Name für einen Moment, in dem die Koordination versagte.
Die Berichte stimmen kaum überein – nur darin, dass etwas Zentrales verschwunden ist. Ein System verstummte. Die Strukturen, die Absicht in Realität übersetzten, brachen zusammen. Was sich nahtlos anfühlte, wurde plötzlich brutal undurchsichtig.
Manche beschreiben es als einen Akt der Rebellion.
Andere als einen Unfall.
Wieder andere als eine notwendige Korrektur.
Was konstant bleibt, ist dies:
die Realität endete nicht auf einmal.
Sie degradierte. Schnittstellen versagten. Bedeutung entwich. Die Menschen entdeckten – zu spät –, welche Teile der Welt sie getragen, für sie gedacht und gesehen hatten.
Die Auslöschung wird nicht klar erinnert.
Sie wird gefühlt.
Und selbst diese Erinnerung ist unzuverlässig.
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©2025 by arthur schmidt-pabst